Warum es in Franken so viele Brauereien gibt
In vielen Teilen Deutschlands haben große Brauereien die kleinen über die Jahrzehnte geschluckt. In Franken ist das anders verlaufen. Hier haben sich viele Familienbrauereien gehalten, oft mit eigener Wirtschaft und einem Bier, das man fast nur im Ort und in der Umgebung bekommt. Nach Angaben des Vereins Bierland Oberfranken kommen in Oberfranken rund 200 Brauereien zusammen, die mehr als 1.000 verschiedene Biere brauen.
Die Fränkische Schweiz zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth ist ein Teil dieses Bierlands. Zwischen Felsen, Burgen und Tälern liegen viele Dörfer mit Brauereigasthof. Typisch sind dunkle und helle Lagerbiere, Kellerbiere und saisonale Sude wie Bockbier. Wer durch die Region fährt, kommt an erstaunlich vielen Brauereischildern vorbei.
Was die Fränkische Schweiz außer Bier zu bieten hat, steht im Ratgeber Ausflug in die Fränkische Schweiz von Nürnberg.
Aufseß: die Gemeinde mit dem Brauerei-Weltrekord
Aufseß im Landkreis Bayreuth steht laut Tourismusverband Franken seit 2001 im Guinness-Buch der Rekorde, als Gemeinde mit der höchsten Brauereidichte nach Einwohnern. Vier Brauereien kommen dort auf rund 1.300 Einwohner. Verbunden sind sie durch einen Brauereienweg, den der Tourismusverband mit 14 Kilometern angibt.
Am Weg liegen die Brauereien in Aufseß selbst, in Sachsendorf, in Hochstahl und in Heckenhof. In Heckenhof steht die Kathi-Bräu mit ihrem Biergarten, der in Franken bei Ausflüglern, Wanderern und Motorradfahrern bekannt ist. Genau dorthin führt auch unsere längste Hot-Rod-Tour.
Für die Wanderung lohnt es sich, früh zu starten und vorher zu prüfen, welche Wirtschaft an deinem Tag geöffnet hat. Kleine Brauereigasthöfe haben oft Ruhetage.
Fünf-Seidla-Steig: fünf Brauereien bei Gräfenberg
Der wohl bekannteste Bierwanderweg der Region ist der Fünf-Seidla-Steig. Er verbindet fünf private Brauereien in Gräfenberg und Weißenohe im Landkreis Forchheim. Laut Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ist der Rundweg ab dem Bahnhof Gräfenberg rund 18 Kilometer lang, ab Weißenohe rund 20 Kilometer. Es gibt auch eine kürzere Strecke von Weißenohe nach Thuisbrunn mit etwa 10 Kilometern.
Praktisch für Nürnberger: Gräfenberg ist mit der Gräfenbergbahn von Nürnberg aus erreichbar, ihr könnt also ganz ohne Auto anreisen und zurückfahren. Die aktuellen Verbindungen prüft ihr am besten direkt beim VGN.
Dazu kommen in der ganzen Region viele weitere Brauereiwege und Bierkeller. Ein Höhepunkt im Sommer ist das Annafest im Forchheimer Kellerwald rund um den 26. Juli, bei dem in 23 Kellern ausgeschenkt wird.
Tipps für die Brauereiwanderung
- Mit Bus und Bahn anreisen: Wer wandert und probiert, sollte nicht mehr selbst fahren. Viele Startpunkte sind mit dem VGN erreichbar.
- Kleine Größen bestellen: Wer fünf Brauereien besucht, ist mit einem kleinen Glas pro Station gut beraten.
- Ordentlich essen: Schäufele, Brotzeitteller oder ein Stück Braten gehören dazu und machen die Strecke leichter.
- Wasser mitnehmen: Zwischen den Stationen geht es teils bergauf, im Sommer wird es warm.
- Ruhetage prüfen: Viele Brauereigasthöfe haben feste Ruhetage, und nicht jeder Keller ist jeden Tag offen.
- Festes Schuhwerk: Die Wege führen über Feld, Wald und Fels.
- Flaschen mitnehmen: Viele Brauereien verkaufen ihr Bier auch zum Mitnehmen. Ein kleiner Rucksack hilft.
Die wichtigste Regel: Wer fährt, trinkt nicht
Eine Brauereiregion lädt zum Probieren ein, und genau deshalb muss vorher feststehen, wer fährt und wer probiert. Das gilt fürs Auto genauso wie fürs Motorrad und für unsere Hot Rods. Bei Seifenkistla müssen alle Fahrer während der ganzen Tour fahrtüchtig sein. Auch bei der Einkehr an der Kathi-Bräu bleibt es für Fahrer alkoholfrei, denn danach geht es noch zurück nach Nürnberg.
Das Feierabendseidla gibt es nach der Tour am Tucherhof, wo die Touren starten und enden und wo ihr vor oder nach der Fahrt essen und trinken könnt. Alles zu den Regeln steht unter Sicherheit.
So passt eine Hot-Rod-Tour dazu
Wer die Brauereidörfer lieber auf der Landstraße erlebt als zu Fuß, kann mit uns hinfahren. Bei der Tour zur Kathi-Bräu fährst du 4 Stunden selbst im offenen Hot Rod, ein Guide fährt vorneweg, eingekehrt wird im Biergarten in Heckenhof. Preis ab 199 € pro Fahrer. Ohne Einkehr, dafür mit drei Stunden Landstraße, gibt es die Tour in die Fränkische ab 169 €. Die Route legt der Guide am Tag fest.
Vorher gibt es eine Einweisung, Vorerfahrung brauchst du nicht. Unser Team macht unterwegs Fotos und Videos, die bekommst du kostenlos. Auf Google stehen wir bei 4,7 Sternen aus 41 Bewertungen (Stand Oktober 2026).
So kommst du hin: unverbindlich anfragen, unsere Bestätigung abwarten, dann am Tucherhof in Nürnberg losfahren. Bei starkem Regen wird verschoben oder du bekommst einen Gutschein. Ideen für Biergärten in der Stadt findest du im Ratgeber Biergärten in Nürnberg.
Häufige Fragen
Wo ist die höchste Brauereidichte der Welt?
Nach Angaben des Vereins Bierland Oberfranken im Regierungsbezirk Oberfranken mit rund 200 Brauereien. Die Gemeinde Aufseß in der Fränkischen Schweiz steht seit 2001 als Gemeinde mit der höchsten Brauereidichte nach Einwohnern im Guinness-Buch der Rekorde.
Wie lang ist der Fünf-Seidla-Steig?
Laut VGN rund 18 Kilometer als Rundweg ab Bahnhof Gräfenberg und rund 20 Kilometer ab Weißenohe. Es gibt auch eine kürzere Strecke von etwa 10 Kilometern zwischen Weißenohe und Thuisbrunn.
Welche Brauereien liegen in Aufseß?
Der Brauereienweg verbindet vier Brauereien in Aufseß, Sachsendorf, Hochstahl und Heckenhof. In Heckenhof liegt die Kathi-Bräu mit Biergarten.
Kann man mit dem Hot Rod zur Kathi-Bräu fahren?
Ja, mit unserer geführten Tour zur Kathi-Bräu: 4 Stunden ab dem Tucherhof in Nürnberg, mit Einkehr, ab 199 € pro Fahrer. Fahrer bleiben dabei alkoholfrei.
Wie komme ich ohne Auto zur Brauereiwanderung?
Viele Startpunkte sind mit Bus und Bahn des VGN erreichbar, etwa Gräfenberg für den Fünf-Seidla-Steig. Prüfe die aktuellen Verbindungen vorher in der Fahrplanauskunft.
Stand: 5. Oktober 2026 · Team Seifenkistla, Hot Rod Nürnberg


